FCI-Standard N° 235 / 09. 08. 2002 / GB
DEUTSCHE DOGGE (Deutsche Dogge) Standard
ÜBERSETZUNG: Mrs. C. Seidler, revised by Mrs R. Sporre-Willes and E. Peper.
HERKUNFT: Deutschland.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDS: 13.03.2001
VERWENDUNG: Begleit-, Wach- und Schutzhund.
F.C.I. KLASSIFIKATION:
Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer - Molossoide - Schweizer Sennenhunde und andere Rassen.
Sektion 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung.

Als Vorfahren der heutigen Deutschen Dogge sind der alte Bullenbeißer sowie die Hatz- und Saurüden anzusehen, die eine Mitte zwischen dem starken Mastiffhund der englischen Prägung und einem schnellen, wendigen Windhund waren. Mit dem Namen “DOGGE” wurde ein großer und starker Hund bezeichnet, der zu keiner damals existierenden Hunderasse gehörte. Später bezeichneten Namen wie Ulmer Dogge, Englische Dogge, Dänische Dogge, Hatzrüde, Saupacker und große Dogge verschiedene Typen dieser Hunde nach Farbe und Größe. Im Jahre 1878 fand in Berlin ein Zusammentreffen von sieben aktiven Züchtern und Richtern, unter Leitung von Dr. Bodinus, und dort wurde der Beschluß gefaßt, dass alle obengenannten Varietäten unter dem Namen “Deutsche Dogge” zusammengefasst werden. Damit wurde der Grundstein für eine eigenständige deutsche Hunderasse gelegt. Im Jahre 1880 wurde bei einer Ausstellung in Berlin zum ersten Mal offiziell der Standard der Deutschen Dogge vorgestellt, der seit dem Jahre 1888 vom “Deutschen Doggen Club 1888 e.V.” betreut wird und im Laufe der Jahre wiederholt geändert wurde. Der heutige Standard entspricht den Vorgaben der F. C. I.
Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Erscheinung, mit ihrem großen, kräftigen und gut geformten Körperbau Stolz, Kraft und Eleganz. Durch Substanz verbunden mit Adel, einer Harmonie der Erscheinung, mit ihrer wohlproportionierten Linie sowie mit ihrem besonders ausdrucksvollem Kopf, wirkt sie auf den Betrachter wie eine edle Statue. Sie ist der Apoll unter den Hunderassen.
Der Körper des Hundes erscheint nahezu quadratisch; dies gilt besonders für die Rüden. Die Körperlänge (Brustbeinspitze bis Sitzbeinhöcker) soll die Höhe beim Widerrist bei Rüden nicht mehr als 5% und bei Hündinnen nicht mehr als 10% überschreiten.
Freundlich, liebevoll und treu gegenüber ihren Besitzern, besonders gegenüber den Kindern, zurückhaltend gegenüber Fremden. Gefordert wird ein selbstsicherer, unerschrockener, leichtsteuerbarer, gelehriger Begleit- und Familienhund mit einer hohen Widerstand gegenüber Provokationen und ohne Aggressivität.
In Harmonie zur Gesamterscheinung, lang, schmal, markant, ausdrucksvoll. Fein gemeißelt, besonders unter den Augen. Die Augenbrauenbögen gut entwickelt, jedoch ohne hervorzutreten. Der Abstand von der Nasenspitze zum Stop und vom Stop zum schwach ausgeprägten Hinterhauptbein soll möglichst gleich sein. Die oberen Linien von Fang und Schädel sollen parallel sein. Von vorne gesehen muss der Kopf schmal erscheinen, mit einem möglichst breiten Nasenrücken, während die Backenmuskeln nur leicht angedeutet sein sollen, keinesfalls stark hervortretend.
Stop: Deutlich definiert.

Nase: Gut gebildet, mehr breit als rund und mit großen Öffnungen. Er muss schwarz sein, mit Ausnahme bei schwarz-weiß gefleckten Doggen. Bei diesen ist eine schwarze Nase erwünscht und eine schwarz gefleckte oder fleischfarbene zu tolerieren. Bei blauen Hunden ist die Nase anthranzit (aufgehelltes Schwarz).
Maul: Soll tief und möglichst rechteckig sein. Gut erkennbare Lefzenwinkel. Dunkel pigmentierte Lefzen. Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen sind unvollständig pigmentierte oder fleischfarbene Lefzen zu tolerieren.
Kiefer/Zähne: Gut ausgebildete, breite Kiefer. Kräftiges, gesundes und vollständiges Scherengebiss (42 Zähne gemäß der Zahndefinition).
Augen: Mittelgroß mit lebhaftem, klugem, freundlichem Ausdruck, möglichst dunkel, mandelförmig mit gut anliegenden Lidern. Bei blauen Doggen sind etwas hellere Augen erlaubt. Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen sind helle oder Augen von unterschiedlicher Farbe zu tolerieren.
Ohren: Von Natur aus hängend, hoch platziert, mittelgroß, vordere Ränder an den Backen anliegend.
Lang, trocken, muskulös. Gut ausgebildeter Ansatz, der sich zum Kopf hin leicht verjüngt mit geschwungenem Nacken. Aufgerichtet getragen, dabei etwas schräg nach vorne geneigt.
Widerrist: Der höchste Punkt des kräftigen Körpers. Er wird gebildet durch die Schulterblattkämme, die die Dornfortsätze überragen.
Rücken: Kurz und straff, in annähernd gerader Linie geringfügig nach hinten abfallend.
Lenden: Leicht gewölbt, breit, kräftig bemuskelt.
Kruppe: Breit, stark bemuskelt, vom Kreuzbein zum Rutenansatz hin leicht abfallend und unmerklich mit dem Rutenansatz verlaufend.
Brust: Bis zu den Ellenbogengelenken reichend. Gut gewölbte, weit zurückreichende Rippen. Brust von guter Breite, mit ausgeprägter Vorbrust.
Untere Profillinie und Bauch: Bauch nach hinten aufgezogen, bildet mit der Unterseite des Brustkorbes eine schön geschwungene Linie.
Bis zum Sprunggelenk reichend. Hoch und breit, verjüngt sich zum Ende gleichmäßig. In der Ruhe hängt er mit natürlichem Schwung herab, in der Erregung oder in der Bewegung trägt ihn der Hund leicht säbelartig, doch nicht wesentlich oberhalb der Rückenlinie. Bürstenrute ist nicht erwünscht.
Schultern: Kräftig bemuskelt. Das Schulterblatt, lang und schräg, bildet mit dem Oberarm einen Winkel von etwa 100 bis 110 Grad.
Oberarm: Kräftig und muskulös, gut anliegend, sollte etwas länger als das Schulterblatt sein.
Ellenbogen: Weder aus- noch einwärts drehend.
Unterarm: Kräftig, muskulös, von vorne und von der Seite gesehen völlig gerade.
Fußwurzelgelenk: Kräftig, stabil, sich nur unwesentlich von der Struktur des Unterarms abhebend.
Mittelfuß: Kräftig, von vorne gesehen gerade, von der Seite gesehen nur gering nach vorne gerichtet.
Vorderpfoten: Rundlich, hoch gewölbt mit eng anliegenden Zehen (Katzenpfoten). Krallen kurz, stark, möglichst dunkel.
Das gesamte Knochengerüst ist von starken Muskeln bedeckt, die die Kruppe, die Hüfte und die Oberschenkel scheinen breit und abgerundet zu sein. Die kräftigen, gut gewinkelten Hinterfüße stehen, von hinten gesehen, parallel zu den Vorderfüßen.
Oberschenkel: Lang, breit, sehr muskulös.
Knie: Kräftig, nahezu senkrecht unter dem Hüftgelenk stehend.
Unterschenkel: Lang, von etwa gleicher Länge wie der Oberschenkel, gut bemuskelt.
Sprunggelenk: Kräftig, stabil, weder nach innen noch nach außen gerichtet.
Hintermittelfuß: Kurz, kräftig, nahezu senkrecht zum Boden stehend.
Hinterpfoten: Rundlich, hoch gewölbt mit eng anliegenden Zehen (Katzenpfoten). Krallen kurz, stark, möglichst dunkel.
Harmonisch, leicht, raumgreifend, leicht federnd, wobei sich die Läufe, von vorne und von hinten gesehen, parallel bewegen müssen.
Straff anliegend. Bei Einfarbigen Hunden gut pigmentiert. Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen entspricht die Pigmentverteilung überwiegend der Fleckung.
Sehr kurz und dicht, glatt anliegend, glänzend.